Eine frei verwendbare Unix-Grundlagenschulung mit muLinux
Musik und Sound
Heutzutage muß ja alles Multimedia sein.
Warum sollte auch auf einen Ein-Floppy-Unix Sound-Unterstützung fehlen?
Unterstützt wird eine Soundkarte, die kompatibel zu Soundblaster (I/O=220, IRQ=5) ist.
Die Sound-Unterstützung wird dabei von dem Kernel-Modul sound.o ermöglicht.
Früher hätte dazu der Kernel neu kompiliert werden müssen.
Jetzt können nachladbare Module einige zusätzliche Funktionalitäten unterstützen.
Aktivieren des Sound-Modules
Mit Hilfe des setup-Programms wird das Sound-Modul sound.o aktiviert.
/# setup -f sound
Do you want Sound support? (y/n) y
1) SoundBlaster
2) PC-Speaker
Your choice (1/2) 1
Would you auto-probe soundcard IRQ (y/n) y
Wenn ein Klang zu hören ist, sind die nachfolgenden Vorgaben wohl richtig.
Enter SB_PORT [220] [Enter]
Enter SB_IRQ [5] [Enter]
Enter SB_DMA [1] [Enter]
Enter SB_DMA16 [5] [Enter]
Wird die Soundkarte nicht unterstützt, müssen wir uns mit der Aktivierung des PC-Lautsprechers begnügen.
Speichern der Einstellungen
Damit beim nächsten Start von muLinux die Einstellungen wieder zur Verfügung stehen, speichern wir die setup-Einstellungen.
/# setup -s tutorial01
muLinux-Sound-Programme
Tongenerator
Der Befehl wave (engl. Welle) erzeugt einen Ton.
Der folgende Befehl gibt einen Ton von 440 Hz (Kammerton A) mit einer Länge von 2/10 Sekunden aus.
/# wave 440 2
Eine Oktave höher, also das nächste A, wird mit der doppelten Frequenz erreicht:
/# wave 880 2
Eine Hilfestellung erhalten wir mit der Option -h.
/# wave -h
Wir erfahren so, daß wir auch mit der Option -c die Soundausgabe auf dem PC-Lautsprecher umleiten können.
/# wave -c 880 2
Klangaufzeichnung
Haben wir ein Mikrofon an der Soundkarte angeschlossen, können wir mit dem Befehl vrec den Klang digitalisieren.
Die Speicherung erfolgt als .wav-Datei.
Vorher legen wir aber unsere Arbeitsdiskette in das Laufwerk, mounten diese und erzeugen auf der Diskette ein Verzeichnis sounddateien.
/# mount /dev/fd0 /a
/# mkdir /a/sounddateien
/# cd /a/sounddateien
/# vrec test.wav
Wir können die Aufzeichnung mit [Strg][C] beenden.
Mit ls kontrollieren wir, ob auch wirklich eine Datei test.wav erzeugt wurde.
Hilfestellung erhalten wir wieder mit der Option -h.
Abspielen von Klangaufzeichnungen
Jetzt wollen wir uns natürlich unsere Aufzeichnung anhören:
/# vplay test.wav
Sound-Dateien im Dateiformat .au können direkt an die Gerätedatei /dev/audio ausgegeben werden:
/# cat file.au > /dev/audio
CD-Player
Zum Anhören von Audio-CDs dient der Befehl playcd oder cdp (Link auf playcd).
/# cdp
So kann man auf einer Konsole den CD-Player aktivieren und auf den anderen Konsolen weiterarbeiten.
Oder man beendet das Programm mit q, wobei das Abspielen nicht beendet wird (Hintergrundprozeß).
Zum Beenden des Abspielens muß das Programm noch mal gestartet werden.
Mit SCSI-CD-ROM-Laufwerken funktioniert der Player nicht.
Klavier ;-)
Im Verzeichnis /usr/games befinden sich auch einige Sound-Spiele.
So z. B. ein Klavier:
/# piano
Dabei dienen die Tasten
als Klaviertasten
Weiterhin gibt es das Programm paganini, das eine Melodie spielt.
Beide Programme sind Shell-Skripte.
Es lohnt sich diese mal genauer anzuschauen:
/# less /usr/games/piano
Hinweis: Es gibt beim "normalen" Linux den Befehl beep als akustisches Signal.
Robert.Warnke@giso.de (copyleft) Robert Warnke, Berlin (Germany) | http://rowa.giso.de
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